Deutsch vor Ort

Das Projekt Deutsch vor Ort - DORT
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sh:z Nordfriesland Tageblatt vom 20. Juli 2012:

Niebüll

Raus aus dem Schattendasein


20. Juli 2012 | 06:50 Uhr | Von van

Die "Dort"-Gruppe. Foto: nt

In den Räumen der Kindertagesstätte "Bunte Welt" lernen Frauen unterschiedlicher Herkunft deutsch


Niebüll. "Das Problem an Deutschkursen für Migranten ist oft, dass man die Zielgruppe nicht erreicht." Das ist jedenfalls die Erfahrung von Monika Hahn-Nanninga, die seit 25 Jahren als Lehrerin, Lerntherapeutin und Beraterin tätig ist.

Bei einer Sitzung der Aktiv-Region Nord entstand daher 2010 die Idee, einen niedrigschwelligen Deutschkursus anzubieten. Zusammen mit Andreas Schönefeld stellte Monika Hahn-Nanninga das Projekt "Dort" (Deutsch vor Ort) auf die Beine: ein Deutschkursus für Mütter in der Niebüller Kindertagesstätte "Bunte Welt".

Das Evangelische Kindertagesstättenwerk sowie die Stadt Niebüll leisten dabei Unterstützung. "Bürgermeister Wilfried Bockholt war sofort von der Idee begeistert", sagt die Initiatorin erfreut. Gerade in Niebüll gäbe es einen hohen Migrationsanteil im Kindergarten.

"Die Mütter gaben ihre Kinder meist nur kurz ab und saßen dann oft einsam zuhause, weil sie kein Wort Deutsch konnten", erzählt Monika Hahn-Nanninga. Mit "Dort" wird ihnen die Möglichkeit geboten, an einem bereits vertrauten Ort Deutsch zu lernen. "Sie bringen die Kinder zum Kindergarten und gehen direkt eine Tür weiter zum Lernen, das ist ideal", so die Kursleiterin.

Das Projekt findet großen Anklang. Drei Kurse sind bereits gelaufen, weitere werden geplant.

Die Teilnehmerinnen seien sehr fleißig und hätten auf Hausaufgaben bestanden, so die Kursleiterin. Durch das Erlernen der deutschen Sprache sind sie nicht nur besser integriert. Sie seien auch selbstständiger und selbstbewusster geworden, hätten keine Scheu mehr davor, alleine einkaufen oder zur Bank zu gehen. "Das wird von den Männer teilweise mit gemischten Gefühlen gesehen", berichtet Monika Hahn-Nanninga. "Einerseits möchten sie nicht alles alleine machen müssen, andererseits sollen die Frauen aber auch nicht zu unabhängig werden."

Aber auch unter den Kursteilnehmerinnen sei eine Verbindung entstanden, die Frauen unterstützten sich gegenseitig, nicht nur während des Unterrichts. Die unterschiedliche Herkunft, Religion oder der Bildungsstand spielten dabei keine Rolle. "Im ersten Kursus hatten wir sechs Frauen aus fünf Ländern mit fünf unterschiedlichen Religionen. Eine war selbst Lehrerin in ihrer Heimat, eine andere zu Beginn Analphabetin." Monika Hahn-Nanninga ist froh, diesen Frauen helfen zu können und sie in ihrer Entwicklung zu begleiten: "Es ist wundervoll zu sehen, wie die Frauen aus ihrem Schattendasein heraus kommen."



 

 

 

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